Welche Landschaft brauchen wir?

Welche Landschaft brauchen wir?

Städtebau-Stammtisch von Hochparterre und BSLA Was Landschaft ist und sein soll, ist zunehmend umstritten. Ob Landschaftsarchitektinnen, Architekten, Raumplanerinnen oder Naturschützer: Alle beanspruchen die Bedeutungs- und Behandlungshoheit über die Landschaft. Die ersten wollen gestalten, die zweiten wissen es besser, die dritten planen von oben herab und die vierten verhindern. Soweit die Klischees. Was ist tatsächlich wichtig für die hiesigen Landschaften? Und welche Landschaften wollen und brauchen wir?

Der Bund Schweizer Landschaftsarchitekten und Landschaftsarchitektinnen BSLA machte einen Vorstoss und schrieb in der Zeitschrift  Hochparterre ein «Landschaftsmanifest» (HP 5/2011). Schonen und erhalten, wie im Raumkonzept Schweiz vorgesehen, reiche nicht: «Es braucht die aktive Aufwertung und Entwicklung von Landschaft», so der BSLA. Sein Manifest stiess jedoch auf Kritik: Es sei vage formuliert, bleibe zu offen und vermittle vor allem den Wunsch der Landschaftsarchitekten, überall eingreifen und gestalten zu wollen (HP 6-7/2011).

Nun hat der BSLA das Manifest zu vier Forderungen geschärft. Sie lauten: «1. Genügend hochwertige und gut erreichbare Freiräume in verdichteten Gebieten. 2. Keine Richt- und Nutzungsplanung ohne Freiraumkonzept. 3. Die Raumentwicklung ordnet sich der Landschaft unter. 4. Für die Landschaften um das heutige Siedlungsgebiet sind umgehend und unabhängig von laufenden Verfahren Konzepte zu entwickeln und umzusetzen.» Sind diese Forderungen sinnvoll – oder illusorisch? Wie lassen sie sich umsetzen und mit welchen Folgen? Was heisst es, Landschaft «aktiv zu entwickeln»? Und würden flächendeckende Freiraumkonzepte dafür sorgen, dass wir die Landschaft genauso fördern wie Siedlungen und Infrastrukturen?

Darüber diskutiert der Städtebau-Stammtisch am 30. Januar 2012 um 18.30 Uhr im Clouds Conference, Prime Tower, Zürich. Hochparterre und der BSLA laden gemeinsam zum Abend ein. Der BSLA stellt seine Forderungen in einem Referat vor. Anschliessend führt Rahel Marti, leitende Redaktorin Hochparterre, das Gespräch mit Maria Lezzi, Direktorin Bundesamt für Raumentwicklung ARE, Lukas Schweingruber, Landschaftsarchitekt BSLA, Anette Freytag, Dozentin für Landschaftsarchitektur ETH Zürich, und Mario F. Broggi, Forstingenieur und Umweltexperte.

 Anmeldung: Bis 25.01.2012 an Sanja Belul, Hochparterre, belul@hochparterre.ch (Platzzahl beschränkt)

Text: Rahel Marti, Hochparterre